Frauen, die nicht bereit sind, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, sollten nicht für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder andere Formen der künstlichen Befruchtung zugelassen werde. Dies fordert eine Arbeitsgruppe der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) in Human Reproduction Journal (2010; doi: 10.1093/humrep/dep458). Aber auch stark übergewichtige Frauen und Raucherinnen sollten vor der Behandlung ihre Lebensgewohnheiten ändern, finden die Ethiker. Nach ihren Angaben könnten dann viele repromedizinische Behandlungen überflüssig werden. Die negativen Auswirkungen des mütterlichen Alkoholkonsums für das werdende Kind sind eindeutig. Alkohol erhöht nicht nur die Rate von Fehlgeburten. Auch viele ausgetragene Kinder leiden später lebenslang unter den Folgen des Fetalen Alkoholsyndroms. Für die „Task Force on Ethics and Law“ um Wypo Donberg von der Universität Maastricht ist dies ein ausreichender Grund, um Frauen mit Alkoholproblemen von einer repromedizinischen Behandlung auszuschließen. Beim Übergewicht fällt die Stellungnahme weniger eindeutig aus. Zwar gibt es Hinweise, dass die Mutter durch ihr Übergewicht dem werdenden Kind schadet. So entwickeln übergewichtige Schwangere doppelt so häufig wie Normalgewichtige einen Gestationsdiabetes. Bei einer morbiden Adipositas ist das Risiko sogar achtfach erhöht. Kinder von adipösen Müttern haben ein erhöhtes perinatales Sterberisiko, und auch die Rate von Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekten (um 80 Prozent) oder kardiovaskuläre Anomalie (30 Prozent) ist gesteigert. Doch reicht dies aus, übergewichtigen Frauen eine reproduktionsmedizinische Behandlung vorzuenthalten? Eine kategorische Ablehnung spricht die Task Force nicht aus. Für die Behandlung von Frauen mit schwerer oder morbider Adipositas müssten jedoch „spezielle Gründe“ vorgebracht werden, um eine künstliche Befruchtung ethisch zu rechtfertigen, finden sie. Auch mütterliches Rauchen schadet dem Kind. In Studien war es mit einem niedrigeren Geburtsgewicht, einem erhöhten Risiko auf Spaltbildungen im Kieferbereich und im ersten Lebensjahr mit einem plötzlichen Kindstod assoziiert. Die Task Force leitet daraus jedoch nicht die Forderung ab, Raucherinnen von einer Behandlung auszuschließen. Diese sollten aber ebenso wie Übergewichtige und Alkohol-trinkende Frauen aufgefordert werden, ihren Lebensstil zu ändern. Viele würden sich dann vermutlich auch ohne Hilfe der Mediziner ihren Kinderwunsch erfüllen können. Bekannt ist, dass Alkohol die Chancen auf eine Befruchtung und die Austragung der Schwangerschaft vermindert. Übergewicht hat über hormonelle und metabolische Einflüsse ebenfalls negative Auswirkungen auf die Fertilität, und Raucherinnen sind nach Auskunft der Task Force doppelt so häufig infertil wie Nichtraucherinnen. Auch ihre Partner können einen Beitrag leisten, da die Hoden von Rauchern weniger Spermien produzieren, die außerdem von schlechterer Qualität sind
Ethiker fordern IVF-Verbote bei Alkohol, Übergewicht und Rauchern
Januar 24, 2010 von joganSchnelle Spermien genetisch bedingt
Dezember 13, 2009 von joganSpezielle Gene bestimmen die Beweglichkeit von Spermien. Wie eine bestimmte Genvariante dadurch seine eigene Vererbung fördern kann, haben nun Wissenschaftler in einer neuen Studie herausgefunden, über die das Fachmagazin „Genes and Development“ berichtet.
Höhere Tiere und Menschen, deren Erbgut einen doppelten Chromosomensatz aufweist, verteilen ihre Merkmale meist gleichmäßig auf ihre Nachkommen. Jedoch existieren in der Natur einige Ausnahmen dieses Vererbungsmusters: Im Laufe der Evolution entwickelte sich zum Beispiel eine „egoistische“ Version von Chromosom 17, der t-Haplotyp, der in vielen wild lebenden Mauspopulationen vorkommt.
Spermazellen von Männchen mit der egoistischen Form des Chromosoms 17 sind schneller als die mit dem „normalen“ Chromosom. Daher setzt es sich bei bis zu 99 Prozent aller Nachkommen durch. Dies wird durch eine Variante (Tcr) des so genannten Smok1-Gens ermöglicht, das die Beweglichkeit der Spermien reguliert. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik haben nun herausgefunden, dass Tcr nur in den schnelleren Spermazellen wirksam wird.
Warum sind Spermien unterschiedlich schnell?
Männliche Keimzellen entwickeln sich in einem Zellverband, in dem sie Genprodukte, vor allem Proteine und Boten-RNA, untereinander austauschen. Dadurch gleichen sie Unterschiede in ihren Eigenschaften aus, die sich nach der Reduktionsteilung – Meiose – durch die Ausprägung unterschiedlicher Genausführungen ergeben würden, die im halben Erbgutsatz vorhanden sind. Wie sich dennoch unterschiedlich schnelle Spermien bei Mäusen bilden können, war bislang unklar.
Die Wissenschaftler um Bernhard Herrmann vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik konnten nun zeigen, dass der Austausch der Genprodukte verhindert werden kann, indem ein spezielles Gen – Tcr – erst nach der Reduktionsteilung abgelesen, die Boten-RNA in der Ursprungszelle festgehalten und dann mit einer zeitlichen Verzögerung in Proteine übersetzt wird.
Dadurch entstehen zwei verschiedene Spermienpopulationen: Zellen, die das Tcr-Gen besitzen, haben nach Angaben der Forscher einen Schnelligkeits-Vorteil im Wettlauf um die Befruchtung der Eizelle. Diejenigen, die das Gen nicht besitzen, sind deutlich langsamer und deshalb im Nachteil. „Unsere Versuche haben erstmalig gezeigt, wie durch den Einfluss eines einzelnen Gens zwei Spermienpopulationen mit unterschiedlichen physiologischen Eigenschaften entstehen und wie solche Gene ihre eigene Vererbungsrate beeinflussen können“, sagt Herrmann.
Protein zeigt sich spät
Die Forscher hatten das Tcr-Gen um eine kurze Sequenz verlängert und dadurch markiert. So konnten sie sowohl die abgelesene Boten-RNA als auch das Protein sichtbar machen und ihr Verhalten beobachten. Auffällig war, dass die RNA über lange Zeit innerhalb oder nahe des Zellkerns bleibt und daher nicht zu den benachbarten Zellen transportiert werden kann. Erst sehr spät im Entwicklungsprozess, nach der Isolierung individueller Spermien aus dem Zellverband, zeigt sich dann das Protein.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das normale Gen – Smok1 – die gleichen Eigenschaften aufweist wie die egoistische Variante des Gens (Tcr). Daher vermuten sie, dass auch andere Gene ihre eigene Vererbungsrate beeinflussen können.
Das Smok1-Gen und seine Variante Tcr spielen eine zentrale Rolle bei der Geschwindigkeitsregulierung und Steuerung von Spermien. Wie diese Prozesse kontrolliert werden, ist bislang jedoch noch nicht vollständig verstanden und wird von den Wissenschaftlern künftig weiter untersucht.
(idw – Max-Planck-Gesellschaft, 02.12.2009 – DLO)
Viele Wege führen zum Wunschkind
Dezember 1, 2009 von jogan
Viele Wege führen zum Wunschkind
Moderne Reproduktionsmedizin hält effektive Behandlungsmethoden bereit / Individuell abgestimmte Therapie unerlässlich
Bad Münder im November 2009. Während zahlreiche Bekannte und Freunde längst ihre Wonneproppen in den Armen halten, warten circa 15 Prozent der Paare in Deutschland leider vergeblich auf den lang ersehnten Nachwuchs. Eine belastende Situation für Frauen und Männer gleichermaßen, die nicht selten in Gefühle des Versagens, des „nicht vollwertig Fühlens“ und sogar in Depressionen münden kann. Fragen wie „Was machen wir nur falsch?“ oder „Wieso klappt es ausgerechnet bei uns nicht?“ zermürben Betroffene zusätzlich. Dabei können verschiedene körperliche Störungen zugrunde liegen, die in vielen Fällen auch gut zu therapieren sind. So können sie bei der Frau wie auch beim Mann oder bei beiden Partnern vorliegen. „Mit einer umfangreichen Untersuchung mittels Hormondiagnostik, Zyklusmonitoring oder Spermiogramm können wir die Ursachen eingrenzen und zusammen mit dem Paar einen persönlichen Behandlungsplan besprechen und einleiten“, so Dr. Elmar Breitbach, Frauenarzt und Reproduktionsmediziner an der Deutschen Klinik Bad Münder.
Heute stehen verschiedene bewährte Methoden bereit, die der ungewollten Kinderlosigkeit ein Ende bereiten können. Zu den wichtigsten zählen:
Insemination – Samenübertragung
Wenn die Störung beim Mann liegt, sei es durch eine leicht eingeschränkte Samenqualität oder wenn bei der Frau eine verminderte Schleimbildung der Gebärmutter vorherrscht, könnte die sogenannte Insemination Anwendung finden. „Hier werden zum Zeitpunkt des Eisprungs die speziell aufbereiteten Samenzellen des Mannes mittels eines hauchdünnen Katheters in die Gebärmutter oder auch in den Eileiter eingebracht“, sagt Dr. Breitbach. Mithilfe einer vorherigen Hormontherapie kann die Eibläschenreifung angeregt und der Eisprung ausgelöst werden, sodass sich die Erfolgschancen erhöhen.
IVF – In-vitro-Fertilisation
Zu den bekanntesten Verfahren zählt sicherlich die „Reagenzglas“-(In-vitro-) Befruchtung, angewandt bei einer Funktionsstörung des Eileiters, bei Endometriose oder auch bei ungeklärter Sterilität. Dabei entnimmt der Reproduktionsmediziner nach vorheriger hormoneller Stimulation die reifen Eizellen der Frau aus dem Eierstock, die anschließend im Labor mit aufbereiteten Spermien des Mannes zusammengebracht werden. „Innerhalb von 18 bis 24 Stunden lässt sich bereits erkennen, ob ein Spermium in die Eizelle vorgedrungen ist und eine Befruchtung stattgefunden hat“, erklärt Dr. Breitbach. In Deutschland dürfen dann bis zu drei befruchtete Eizellen weiter kultiviert werden, die nach zwei bis drei Tagen als herangereifte Embryos in die Gebärmutterhöhle eingesetzt werden.
ICSI – Intracytoplasmatische Spermieninjektion
Bei Einschränkung der männlichen Fruchtbarkeit oder auch bei mehrmalig ausbleibender Befruchtung nach IVF-Behandlung kann diese Methode zum Einsatz kommen. Hierbei injiziert der Mediziner im Labor ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle. „So kann auch bei wenigen oder unbeweglichen Spermien eine Schwangerschaft erzielt werden“, sagt der erfahrene Reproduktionsmediziner Dr. Breitbach. Vorher wird die gleiche Vorgehensweise wie bei IVF nötig: eine hormonelle Vorbehandlung mit der Entnahme der Eizellen sowie die Kultivierung der Eizellen bis hin zur Rückgabe der Embryonen in die Gebärmutter.
TESE – Testikuläre Spermienextraktion
Diese Operation, die ambulant in örtlicher Betäubung oder auch in Vollnarkose durchgeführt werden kann, findet dann statt, wenn im Ejakulat keine Spermien nachgewiesen werden können. So gewinnt der Arzt mithilfe einer Hodenbiopsie Spermien, die anschließend aufbereitet und eingefroren werden. „Bereits während des Eingriffs zeigt sich, ob Spermien vorhanden sind oder nicht – aber in 60 Prozent ist das der Fall“, so Dr. Breitbach. Die so gewonnenen Spermien stehen dann für eine ICSI-Behandlung (s.o.) zur Verfügung.
Hormonbehandlung
Immer wieder ist im Rahmen der Reproduktionsmedizin von der Hormonbehandlung die Rede. Ein sensibles Einsatzgebiet, bei dem verantwortungsvolle Ärzte auf eine milde und angepasste Hormondosierung achten, damit es bei den betroffenen Frauen nicht zu einer Überstimulation kommen kann. Besonders wenn Störungen im Hormonhaushalt der Frau vorliegen, kann eine gut überwachte und genau abgestimmte Hormongabe einen intakten Zyklus wiederherstellen und somit die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft erhöhen. „Ob Eizellreifung, Auslösen des Eisprungs oder auch Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zum späteren Einnisten des Embryos: eine gut kontrollierte Hormonbehandlung stellt häufig die Weichen für den Erfolg jeder folgenden Maßnahme“, meint Dr. Elmar Breitbach. Grundsätzlich sollten Hormonbehandlungen immer mit dem behandelnden Arzt genauestens besprochen und individuell dosiert werden.
Mehr Informationen auch im Internet unter www.kinderwunsch.com.
Spermien beeinflussen Genetik mehr als gedacht
Oktober 11, 2009 von jogan
Das in der Samenflüssigkeit enthaltene Spermium hat neben der Weitergabe von Erbmaterial weitaus mehr Funktionen, zeigen Forscher an der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie der Universität Gießen. Gemeinsam mit britischen Kollegen konnten sie nachweisen, dass Spermien auch bestimmte epigenetische Faktoren auf die befruchtete Eizelle übertragen. Diese beeinflussen die Expression von Genen, ohne dabei das Erbgut selbst zu verändern.
"Die Rolle des Spermiums in der Befruchtung wird durchaus kontrovers diskutiert", erklärt Studienleiter Klaus Steger. Lange Zeit habe man angenommen, dass es der Eizelle lediglich das väterliche Erbgut zur Verfügung stelle aber ansonsten aufgrund seiner im Vergleich zur Eizelle geringen Größe keine Funktion für die Entwicklung des Embryos besitze. "Die geringe Größe des Spermiums beruht auf einem Austausch DNA-bindender Proteine, sogenannter Histone, gegen Protamine. Dadurch benötigen sie für die Speicherung des Erbmaterials nur ein Zehntel des Raumes, den dieselbe Information in einer normalen Körperzelle oder auch einer Eizelle erfordert."
Mögliche Funktion
Die jüngsten Forschungen weisen darauf hin, dass das Spermium mit der Befruchtung der Eizelle seine Schuldigkeit noch nicht getan hat. Denn der Austausch von Histonen gegen Protamine, der während der Spermiumentwicklung erfolgt und für die Verpackung des väterlichen Erbguts verantwortlich ist, geschieht nicht vollständig, sondern nur zu 80 bis 90 Prozent. "Wir stellten uns die Frage, welche Funktion der verbleibende Rest besitzt", so Steger. Vieles deutet darauf hin, dass epigenetische Faktoren die an die Resthistone gebundenen Gene in deren Ausprägung in der Eizelle beeinflussen. "Das könnte der Grund dafür sein, dass sich ein Embryo, der nach einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung in eine Gebärmutter eingesetzt wird, häufig nicht weiterentwickelt und abstirbt", vermutet der Gießener Urologe.
Epigenetische Faktoren beeinflussen die Expression von Genen direkt über das Erbgut und indirekt über die Histone. Sie werden wie Erbschädigungen vererbt, sind jedoch umkehrbar. "Diese Reversibilität stellt einen großen Unterschied zur Genetik dar und macht das Untersuchungsfeld viel weiter." Dass man Mechanismen der Epigenetik bereits in naher Zukunft von außen beeinflussen könne, bezweifelt Steger jedoch. "Selbst vom Verständnis ihrer Auswirkung in der frühen Embryonalentwicklung sind wir noch mehr als ein Jahrzehnt entfernt. Der Wissenschaftszweig ist eben noch sehr jung." Durch ihre Erkenntnis hoffen die Forscher, langfristig zur Verbesserung der Diagnose von männlicher Unfruchtbarkeit und zur Prognose von assistierten Reproduktionstechniken beizutragen.
Quelle: Der Standard
Kinderwunsch – gezielte Behandlung bei sekundärer Unfruchtbarkeit
August 5, 2009 von jogan
Kinderwunsch – gezielte Behandlung bei sekundärer Unfruchtbarkeit
Moderne Therapien helfen bei sekundärer Unfruchtbarkeit
Viele Eltern wünschen sich nach der Geburt ihres ersten Kindes ein weiteres Baby, damit beide Sprösslinge zusammen aufwachsen. Doch eine erfolgreiche Schwangerschaft bedeutet nicht, dass es auch ein zweites Mal problemlos klappt. „Auch Paare, die bereits ein Kind haben, können von einem unerfüllten Kinderwunsch betroffen sein, wenn eine Schwangerschaft über einen längeren Zeitraum nicht eintreten will“, berichtet Dr. Elmar Breitbach, Frauenarzt und Reproduktionsmediziner an der Deutschen Klinik Bad Münder. Bleiben Bemühungen um ein weiteres Kind länger als ein Jahr erfolglos, sprechen Experten von sekundärer Unfruchtbarkeit.
Ursachen ergründen
Bei sekundärer Sterilität liegen oft die gleichen medizinischen Gründe vor wie bei Paaren, die vergebens auf ihr erstes Kind warten. „Auch hier sind hormonelle Störungen, eingeschränkte Spermienqualität und Erkrankungen der Geschlechtsorgane die häufigsten Ursachen für das Ausbleiben einer weiteren Schwangerschaft“, erklärt Breitbach. „Deswegen sollte man auch in diesen Fällen eine sorgfältige Abklärung der möglichen Ursachen durchführen und nicht einfach davon ausgehen, dass es irgendwann schon einmal klappen wird, nur weil bereits ein Kind geboren wurde.“ Es fällt vielen Betroffenen schwer zu verstehen, weshalb beim ersten Kind keine Probleme vorlagen und sich eine weitere Schwangerschaft einfach nicht einstellt. Mögliche körperliche Ursachen bleiben somit oft außer Acht.
Späte Entscheidung für ein Kind kann ein Grund sein
Es gibt vielfältige Gründe für sekundäre Unfruchtbarkeit, jedoch spielt die späte Entscheidung für eine Familie häufig eine große Rolle. Mit dem 30. Lebensjahr sinkt die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau stetig ab, sodass sich Prognosen für ein zweites Kind verschlechtern. Wenn das Geschwisterchen mit Mitte dreißig in Planung steht, dann ist zum einen die natürliche Fruchtbarkeit bereits vermindert und zum anderen können in der Zwischenzeit Erkrankungen aufgetreten sein, die eine weitere Schwangerschaft erschweren. „Besonders bei einer schlechten Spermienqualität kann die hohe Fruchtbarkeit der Frau in jungen Jahren diese Defizite noch kompensieren, mit steigendem Alter kommen diese dann jedoch vollständig zum Tragen“, berichtet Breitbach und fügt hinzu: „Natürlich können in den Jahren nach der Geburt auch neue Einschränkungen der Fruchtbarkeit auftreten.“
Sekundäre Sterilität ernst nehmen
„Auch für Paare, die bereits ein Kind haben, erweist sich das Warten auf eine Schwangerschaft als stark belastend“, weiß Dr. Breitbach aus langjähriger Erfahrung. „Nur weil bereits ein Kind vorhanden ist, sollte man den Kinderwunsch nicht weniger ernst nehmen.“ Dies gilt auch für Ärzte, die in diesen Fällen mit der gleichen Sorgfalt nach möglichen Ursachen suchen sollten wie bei Paaren ohne gemeinsame Kinder. Für Betroffene ist es auf jeden Fall ratsam, beim längeren Ausbleiben der ersehnten zweiten Schwangerschaft eine spezialisierte Kinderwunschpraxis oder -klinik aufzusuchen. Diese bieten umfangreiche Möglichkeiten zur Diagnostik und zur individuellen Behandlung.
Gezielte Behandlung
Speziell bei Elternpaaren mit einem erneuten Kinderwunsch streben Reproduktionsmediziner an, die vorhandene Fruchtbarkeit optimal zu unterstützen – jedoch nur so viel wie nötig bzw. so wenig wie möglich, um keine zusätzlichen körperlichen Belastungen herbeizuführen. Hormonelle Störungen lassen sich beispielsweise durch eine angepasste und schonende Hormontherapie ausgleichen. „Daneben stehen je nach vorliegender Störung auch verschiedene Verfahren der assistierten Befruchtung zur Verfügung“, erklärt Dr. Breitbach. Im Fall einer geringen Einschränkung der Spermienqualität können Reproduktionsmediziner die Spermien bei der sogenannten Insemination mit einem Katheter nahe an die Eizelle heranführen. Bei der sogenannten In-vitro-Fertilisation findet die Befruchtung außerhalb des Körpers statt. Dabei finden Eizelle und Spermium im Reagenzglas selbstständig zueinander. Anders bei der sogenannten ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion): Hier injizieren Spezialisten die Spermien direkt in die Eizelle. Somit kann einer Vielzahl der Paare zum ersehnten weiteren Kind verholfen werden.
Mehr Informationen auch im Internet unter Kinderwunschklinik Hannover Bad Münder
Künstliche Befruchtung: Hilft Akupunktur?
Oktober 19, 2008 von joganOb eine Akupunktur-Behandlung die Chancen erhöht, nach einer Reagenzglasbefruchtung ein Kind zur Welt zu bringen, ist bisher nicht eindeutig nachweisbar
Manche Frauen lassen sich während einer künstlichen Befruchtung durch Akupunktur behandeln, um die Erfolgschancen zu verbessern. In einer zusammenfassenden Bewertung mehrerer Studien kommen britische Forscher zu dem Schluss, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft durch Einsatz der Nadeln nicht erhöht. Lediglich auf die Rate der Lebendgeburten lasse sich ein schwacher Effekt nachweisen, schreiben die Forscher in den “Cochrane Reviews”. Zudem hätten die Akupunkteure in den verschiedenen Studien, trotz gleichen Behandlungszieles, ihre Nadeln an unterschiedliche Stellen angesetzt – die Gründe seien unklar.
Es gebe mehrere Theorien darüber, wie die Akupunktur den Erfolg einer künstlichen Befruchtung erhöhen könnte, sagt Ying Cheong von der University of Southampton, einer der Autoren des Reviews. So wäre es möglich, dass die Nadeln die Ausschüttung von Hormonen stimulieren, die eine Einnistung des übertragenen Embryos günstig beeinflussen. Die Analyse von 13 Studien ergab aber nur eine statistisch wenig abgesicherte erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft, wenn die Akupunktur am Tag des Embryotransfers durchgeführt wurde. Das könnte auf einen Placeboeffekt oder die geringen Fallzahlen zurückzuführen sein. Erfolgte die Behandlung später oder bereits am Tag der Eientnahme, ließ sich gar kein Effekt mehr feststellen. Die bisher vorliegenden Daten, so Cheong, reichten für ein abschließendes Urteil nicht aus.
Mehrlingsgeburten häufiger
Juli 15, 2008 von jogan
Mehrlingsschwangerschaften nehmen zu und sind bedingt durch einen zunehmenden Trend, Kinderwunschbehandlungen in Anspruch zu nehmen, wie die FAZ aktuell berichtet:
Der Trend wird bei Stars besonders sichtbar – betrifft aber auch viele Normalsterbliche. Die Zwillingsrate ist in den Vereinigten Staaten seit 1980 um 70 Prozent gestiegen. Zurzeit kommen auf 1000 Geburten 32 Zwillingspaare. In Deutschland lag die Rate der Zwillingsgeburten nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst stabil bei neun bis elf pro 1000 Geburten. Erst seit Ende der Achtziger erhöht sie sich stetig. Zur Zeit bringen von 1000 Schwangeren 16 ein Zwillingspaar zur Welt. Und Thomas Katzorke, Leiter des Zentrums für Reproduktionsmedizin in Essen, kennt den Grund dafür: „Das ist eindeutig ein Effekt der Fruchtbarkeitsbehandlungen, die man ab etwa 1985 eingesetzt hat.“
Mehrlingsgeburten: Doppelt im Rampenlicht – Gesundheit – Gesellschaft – FAZ.NET
Kinder bekommen Allergien vererbt
November 24, 2007 von joganKeine Missbildungen durch ICSI-Behandlung
Oktober 6, 2007 von joganDer Anteil schwerer Fehlbildungen betrug bei den mit ICSI gezeugten Kindern etwas über 7 Prozent und lag damit etwa 20 Prozent höher als bei den spontan gezeugten Kindern mit 6 Prozent schweren Fehlbildungen. Anders ausgedrückt: Jedes 15. Kind aus einer spontanen Zeugung und jedes 12. Kind nach ICSI hat eine Fehlbildung. “Diesen Unterschied sehen wir auch bei Kindern, die mit Hilfe einer IVF gezeugt wurden”, sagte Professor Michael Ludwig auf dem Deutschen Urologen-Kongress in Berlin.
In der Studie wurde die Gesundheit von 3000 Kindern, die aus Schwangerschaften nach ICSI geboren wurden, mit dem Zustand von 8000 Kindern verglichen, die spontan gezeugt wurden.
Das etwas höhere Risiko von Fehlbildungen habe wahrscheinlich nichts mit der Technik der beiden Verfahren IVF beziehungsweise ICSI zu tun, so der Reproduktionsmediziner. Das erhöhte Risiko liege wohl eher darin begründet, dass eine eingeschränkte Fertilität schon von sich aus eine erhöhte Fehlbildungsrate der Kinder zur Folge habe. “Wir wissen, dass auch Kinder von Paaren, die länger als zwölf Monate erfolglos versucht haben, ein Kind zu bekommen, eine erhöhte Fehlbildungsrate haben, wenn der Kinderwunsch dann schließlich in Erfüllung geht”, so Ludwig.
Insgesamt sei die ICSI eine sehr gute Therapieoption bei männlicher Subfertilität. Sie sei allerdings nicht besser als die konventionelle IVF, auch wenn mitunter das Gegenteil behauptet werde. Den betreffenden Paaren sollte auf jeden Fall klar gemacht werden, dass auch eine erfolglose ICSI oder IVF nicht bedeutet, dass überhaupt keine Chance auf ein Kind besteht: “Wir wissen mittlerweile, dass 10 bis 15 Prozent der Paare in den fünf Jahren nach einer frustranen ICSI doch noch ein Kind bekommen”, so Ludwig.
Jennifer Lopez schwanger durch künstliche Befruchtung
September 23, 2007 von joganSängerin Jennifer Lopez ist im dritten Monat schwanger, der Vater ist Marc Anthony. Insiderberichten zufolge war eine Schwangerschaft nur durch eine künstliche Befruchtung möglich. Die Geburt wird im Frühjahr kommenden Jahres erwartet. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die 38-Jährige Zwillinge zur Welt bringen könnte.
Der Zeitschrift “In Touch” zufolge war Jennifer Lopez bei dem Gynäkologen und Fruchtbarkeitsspezialisten Dr. Robert Katz in Beverly Hills. Da es dem Paar nach zwei Jahren nicht gelungen ist, ein Kind zu zeugen, hätten sie sich für eine künstliche Befruchtung entschieden, wird ein Insider zitiert. Bei einer Ultraschalluntersuchung am 12. September in New York sei dann festgestellt worden, dass Jennifer Lopez in der zwölften Woche schwanger ist.
Möglicherweise erwartet das Latino-Paar sogar Zwillinge. “Der Doktor konnte nicht genau feststellen, ob es ein oder zwei Babys sind”, so der Insider. Ziemlich merkwürdig, vielleicht hätte er einen Ultraschall verwenden sollen